Arbeit an der Dankes-Edition für meine QuartiergeberInnen

platte-bearbeitenSie ist eine Herausforderung, weil ich zuletzt während meines Studiums Radierungen gemacht habe, das ist schon über zehn Jahre her… Die Radierung wähle ich dennoch als Druck-Technik, weil sie der detailreichen Feinheit meiner Quartierzeichnungen am besten gerecht wird, und weil das Kunstmuseum Albstadt traditionell hierauf einen Ausstellungs- und Sammlungs-Schwerpunkt gelegt hat, da lasse ich mich gerne von inspirieren.

Die Radierung gehört zu den Tiefdruck- Verfahren. Es gibt verschiedene Radier-Techniken. Zwei Möglichkeiten sind, dass man in eine Zinkplatte Linien (Vertiefungen) ritzt oder ätzt. Die Platte wird anschließend mit Farbe bestrichen und diese dann so lange behutsam und sorgfältig wieder auswischt, bis nur noch die Vertiefungen mit Farbe gefüllt sind.  Dann macht man von der Platte mittels einer Tiefdruck-Presse einen Druck auf Bütten-Papier. Um weitere Drucke zu machen, muss man die Farbe erneut auftragen und auswischen.

Fotos: Niels Carstensen

 

 

Fotos: Niels Carstensen
Fotos: Niels Carstensen

 

 

 

 

Im Kunstmuseum steht so eine Tiefdruck-Presse, die darf ich für mein Vorhaben benutzen. Wohnen tu ich derzeit einige Schritte vom Museum entfernt, wieder im Kunstwerkhaus (vielen Dank nochmal an das Kunstwerkhaus!). Dort arbeite ich auch an den Platten. Ich übertrage die Zeichnungen meiner Quartiere spiegelverkehrt auf sie, dann erfolgt das Ritzen mit einer Nadel (Kaltnadelradierung) oder ich beschichte die Platte mit Asphaltlack, in den ich leichter Linien ziehen kann, die dann mit Eisendreichlorid geätzt werden (Ätzradierung). Hinter so einem Druck steckt also einiger Aufwand und da ich das länger nicht gemacht habe, muss ich für die einzelnen Schritte erstmal wieder ein Gefühl bekommen.

Fotos: Niels Carstensen
Fotos: Niels Carstensen

Zehn Platten stelle ich her (für zehn Quartiere). Zwischendurch erfolgen immer wieder Probedrucke, für die ich zum Museum laufe. Wenn das Museum offen hat, gibt es mitunter interessierte Blicke von BesucherInnen. Da ist es gut, dass ich nach anfänglichen Fehlversuchen den Dreh langsam wieder raushabe (anfangs war ich froh, dass das Museum geschlossen hatte und ich alleine rumprobieren konnte). Dann wieder zurück, um noch etwas zu ändern oder eine neue Platte zu beginnen. Dieses Hin und Her bei Eis und Schnee ist etwas mühselig und zeitraubend. Aber ich bin es als Künstlerin und im Leben gewohnt, zu improvisieren und versuche immer das Beste aus dem zu machen, was sich mir bietet. Im Museum zu arbeiten finde ich ja auch schön.

Mein Ziel war eigentlich, die zehn Platten auf ein großes Blatt Bütten zu drucken. Davon dann eine Auflage von 15 bis 20 Blättern. Vielleicht muss ich das Vorhaben aber auch abwandeln, weil ich merke, es ist für mich in diesem Rahmen nicht realisierbar. Vielleicht drucke ich die Platten auch einzeln. Bis Mitte Januar kann ich noch im Kunstwerkhaus bleiben, dann wird der Raum wieder für anderes benötigt, bis dahin sollte ich also dieses Projekt abgeschlossen haben.